
Bild: Kunsthaus Zürich MarKom – Eigenes Werk / Wikipedia / CC BY-SA 4.0
Kunstausfahrt Kunstmuseum Winterthur und Kunsthaus Zürich
22.03.2014
Das Kunstmuseum Winterthur verfügt über eine der schönsten modernen Kunstsammlungen der Schweiz mit herausragenden Werkgruppen vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Mit dem Museumsgebäude von 1915 (Rittmeyer & Furrer) und dem 1995 eröffneten Erweiterungsbau (Gigon & Guyer) besitzt die Sammlung einen bestechenden baulichen Rahmen. Während der Altbau der französischen Kunst der Jahrhundertwende (van Gogh, Monet, Bonnard, Vallotton), dem Kubismus (Braque, Gris, Léger, Picasso) und anderen Strömungen der klassischen Moderne (Arp,de Chirico, Klee, Magritte) gewidmet ist, wird im Erweiterungsbau internationale zeitgenössische Kunst (Kelly, Agnes Martin, Marden, Mangold, Tuttle, Kounellis, Merz, Richter, Schütte u.a.) gezeigt.
In den letzten Jahren hat Gerhard Richter mehrere neue Werktypen entwickelt, die nun erstmals in einer gemeinsam mit dem Künstler konzipierten Museumsausstellung “Gerhard Richter. Streifen und Glas“ gezeigt werden – Strip-Bilder, große Lackbilder auf Glas, sowie großdimensionale Glasskulpturen. Die Strips mit ihren überaus feinen und unüberschaubar zahlreichen Farblinien sind nicht von Hand gemalt, sondern in einem komplizierten Prozess konzipiert und dann digital mittels Inkjet auf die Bildfläche gebracht. Es sind irritierende, faszinierende und in ihrer Strenge zugleich abweisende Bilder, mit denen Richter sein Werk konsequent weiterentwickelt hat. Von den ersten, noch ganz vom Zufall bestimmten Strips von 2011 gelangte Richter zu komponierten Bildern, wovon die jüngsten, hier gezeigten eine Länge von zehn Metern erreichen. Ebenfalls zu sehen ist die Ausstellung “Gerhard Richter. Von Elbe bis November/Arbeiten auf Papier aus der Sammlung“. Diese Sammlung ist einzigartig und bildete deshalb in den letzten Jahren verschiedentlich die Grundlage für Ausstellungen Richters, so etwa in der Albertina oder im Louvre (Quelle: Homepage Kunstmuseum Winterthur).
Kunsthaus Zürich – “Von Matisse zum Blauen Reiter. Expressionismus in Deutschland und Frankreich“
“Expressionismus“ wird heute gemeinhin als deutsche Bewegung verstanden, ungeachtet der Tatsache, dass er sich am Anfang des 20. Jahrhunderts aus einer lebhaften Auseinandersetzung von deutschen Künstlern mit der Klassischen Moderne in Frankreich entwickelte. “Van Gogh traf moderne Kunst wie ein Blitzschlag“, schrieb ein deutscher Beobachter über den Einfluss des Malers auf die deutschen Künstler zu einer Zeit, in welcher diese bereits Seurat, Signac und die Neoimpressionisten rezipierten. Es folgten Gauguin, Cézanne und Matisse. Mit wahren Farbexplosionen reagierten die Künstler der “Brücke“ und des “Blauen Reiters“ auf die Werke der französischen Neoimpressionisten und der “Fauves“. Die Ausstellung zeigt auf, dass der Expressionismus keine nationale Bewegung war, sondern vielmehr eine im Geiste des Kosmopolitismus und produktiven Austauschs entstandene. Gemeinsam mit über 100 Meisterwerken der Klassischen Moderne und des deutschen Expressionismus werden neueste Forschungsergebnisse dieser bisher kaum wissenschaftlich nachgezeichneten Rezeptionsgeschichte präsentiert (Quelle: Homepage Kunsthaus Zürich).